Neue Arzneimittel auch zukünftig in Deutschland entwickeln
Wiesbaden, 21. April 2009 - Deutsche Pharma-Unternehmen können mit den weltweit gestiegenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung derzeit nicht Schritt halten: Deutschland ist hier auf den fünften Platz zurückgefallen. Rangierten 1980 noch zwei deutsche Arzneimittelhersteller auf den Plätzen eins und sieben der weltweit umsatzstärksten Pharmafirmen, findet sich heute keine mehr unter den TOP 10. Über Ursachen und mögliche Wege, gegenzusteuern, diskutieren Experten aus Gesundheitsökonomie, Industrie, Medizin und Politik im Rahmen des Frühjahrssymposiums der Korporativen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) auf dem 115. Internistenkongress heute in Wiesbaden.
Seit den 90er Jahren verliert der Pharmastandort Deutschland international an Bedeutung. Weltmarktanteile und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen pharmazeutischen Firmen schrumpfen. "Doch nur ein gesunder Pharmastandort sichert eine optimale Versorgung mit Arzneimitteln, die den individuellen Bedürfnissen hierzulande angepasst sind", betont Dr. med. Dipl.-Ing. Franz-Josef Wingen, Sprecher der Korporativen Mitglieder der DGIM aus Leverkusen.
Besonders in den USA haben große Marktteilnehmer in den letzten Jahren in großem Rahmen Zusammenschlüsse und Zukäufe betrieben. Dies hätte es deutschen Firmen schwer gemacht, im Wettlauf um Forschungsinvestitionen und Umsatzgewinne mithalten zu können. "Fusionen sind aber keine Erfolgsgarantie für mehr Produktivität", so Wingen. Dies zeigen beispielsweise die Zahlen der der Patentanmeldungen in den USA: Seit den 90er Jahren sind sie um drei Prozent zurück gegangen. "Dennoch gilt es über bessere Rahmenbedingungen für Forschungsinvestitionen zu diskutieren und diese umsetzen - auch angesichts der immer teurer werdenden Entwicklung von Arzneimitteln", so der Leiter des Bereichs Medizin von Bayer Schering Pharma Deutschland.
Als zwar positiv bewertet Dr.-Ing. Norbert Gerbsch vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie die Initiativen der Bundesregierung mit der Task Force "Pharma". Diese führe zu mehr Forschungs- und Exzellenzförderung und sorge für ein besseres Innovationsklima. Teils erschwerten jedoch Regelungen und Genehmigungen die Forschungsaktivität - eine erhebliche Schwäche Deutschlands, so Gerbsch. Die Perspektiven von innovativer Forschung und Marktchancen von kleineren, mittleren und großen Pharmaunternehmen in Deutschland ist Thema des diesjährigen Frühjahrssymposiums der Korporativen Mitglieder der DGIM.







