Einladung des Vorsitzenden der DGIM 2008/2009 zum Internistenkongress 2009, Prof. Dr. R. Kolloch, Bielefeld

  

  

  

  

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Im Namen des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin lade ich Sie herzlich zum 115. Kongress der DGIM 2009 in Wiesbaden ein. Der Kongress gibt auch in diesem Jahr einen umfassenden Überblick über die gesamte Innere Medizin mit allen Schwerpunktdisziplinen. Themenvielfalt, Praxisrelevanz, Aktualität, Interdisziplinarität, wissenschaftliche Qualität sowie die Präsenz aller  Schwerpunktfächer der Inneren Medizin sind auch diesmal der Anspruch des Internistenkongresses.

Eine wesentliche Aufgabe des  Internistenkongresses besteht darin, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden zu bewerten und in das bestehende System der Patientenversorgung einzuordnen. Darüber hinaus werden grundlegende Übersichten zu speziellen Themen der Inneren Medizin vorgelegt. Zur besseren Orientierung im Programm ist eine Strukturierung in Pfade vorgenommen worden: in einen Pfad, der zum Facharzt für Innere Medizin führt ("Facharzt-Pfad"), einen, der sich vor allem der Notfall- und Intensivmedizin widmet, einen der den Facharzt auf den neuesten Stand zu Ergebnissen des letzten Jahres bringt ("up to date"), einen der neue Entwicklungen in der Inneren Medizin aufzeigt ("Perspektiven und neues aus der Forschung"), und last but not least in die "Chances", in denen Perspektiven für den wissenschaftlichen und klinischen Nachwuchs aufgezeigt werden. Pround Contradiskussionen, die interaktiven Fallvorstellungen im Rahmen der klinischen Foren, Tutorials und Kurse der DGIM, runden das Programm ab. Der Kongress bietet darüber hinaus ein Forum für gesundheits-, berufs- und hochschulpolitische Themen. 

Wie in jedem Jahr werden auch diesmal thematische Schwerpunkte besonders herausgearbeitet. Ein Schwerpunkt ist der Umgang mit Komorbiditäten, zum Beispiel kardio-pulmonale Interaktionen. Gerade in diesem Bereich ist eine Vernetzung von einzelnen Schwerpunktdisziplinen der Inneren Medizin besonders gefordert. 

Die demografische Entwicklung stellt die Innere Medizin vor besondere Herausforderungen im Umgang mit betagten Patienten. Komorbidität, diagnostische Besonderheiten, aber auch ein verändertes Wirkungs- und Nebenwirkungsprofil von Medikamenten führen nicht selten zu Unschärfen bei einer leitlinienorientierten Behandlung. 

Der organübergreifende Ansatz einer Gefäßmedizin mit Zusammenführung allgemeingültiger, gefäßbiologischer Grundlagen stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar. Die unterschiedlichen organbezogenen Manifestationen von Gefäßkrankheiten können nur im Gesamtkontext verstanden werden. Auch in diesem Bereich werden aktuelle, diagnostische, konservativ und chirurgisch therapeutische Ansätze herausgearbeitet. 

Hypertonie als Volkskrankheit ist weiterhin ein zentrales Thema mit hoher gesundheitspolitischer Relevanz. Leitliniengerechte Diagnostik, Bedeutung sekundärer Hochdruckformen, Besonderheiten spezieller Patientengruppen bei der Therapie, aber auch ein Gesamtkonzept für eine finanzierbare Differenzialtherapie werden in einem weiteren Schwerpunktthema dargestellt. Primär- und Sekundärprävention des Schlaganfalls, aktuelle Versorgungskonzepte in enger Kooperation mit den Neurologen sowie Beziehung zu kognitiver Funktion und Entwicklung von vaskulärer Demenz und anderen Demenzformen kommen zur Sprache. 

In praxisorientierter Weise möchten wir besonders die Vernetzung einzelner Schwerpunktdisziplinen nach den neuesten Erkenntnissen der Pathophysiologie, einschließlich molekularer, genetischer und regenerativer Mechanismen, aufzeigen. Die integrative Umsetzung dieser Fortschritte in die Patientenversorgung soll erarbeitet werden. In diesem Sinne haben wir für den Kongress 2009 ein spannendes und interaktives Programm mit dem Ziel zusammengestellt, die Innere Medizin mit all ihren Schwerpunktfächern entsprechend ihrer Bedeutung und ihrem innovativen Potential darzustellen. 

Wesentliche Anliegen darüber hinaus sind interdisziplinärer Austausch, Förderung des ärztlichen Nachwuchses, aber auch Begeisterung für den ärztlichen Beruf zu wecken. All dies sind Voraussetzungen, um einem sich abzeichnenden Ärztemangel mit Verschlechterung der Versorgung entgegenzuwirken. Im Programm der "Chances" sind die Interessen und das Informationsbedürfnis des ärztlichen Nachwuchses besonders berücksichtigt. 

Ein mittlerweile bewährtes Element des Internistenkongresses ist der "Patiententag", der am Samstag, den 18.04.2009, von 10.00 bis 17.00 Uhr, im Rathaus und in Kooperation mit der Stadt Wiesbaden stattfindet. Kompetente Vertreter der verschiedenen Gebiete informieren über ein breites Spektrum von Krankheitsbildern der Inneren Medizin und stehen für Fragen der Besucher zur Verfügung. Thematisch stehen insbesondere präventive Aspekte der Inneren Medizin im Vordergrund. 

Die Stadt Wiesbaden ermöglicht uns auch in diesem Jahr eine Opernaufführung im Opernhaus der Stadt Wiesbaden. Am Montag, den 20.04.2009, findet exklusiv für die Besucher des Internistenkongresses eine Aufführung von Don Giovanni statt. Bereits an dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller Mitglieder sehr herzlich bei der Stadt Wiesbaden, vor allem bei Herrn Oberbürgermeister Dr. H. G. Müller, bedanken und Sie alle herzlich zu diesem Abend einladen. 

Die Mitgliederzahl unserer Gesellschaft ist im Frühjahr 2009 auf über 18 500 angestiegen, dabei ist eine erfreuliche Zunahme insbesondere jüngerer Mitglieder erkennbar. Die Zahl der Kongressteilnehmer ist 2008 auf über 8500 gestiegen und signalisiert die hohe Attraktivität des Internistenkongresses als Forum für kollegialen Austausch und aktuelle, fachliche und wissenschaftliche Information. Für den kollegialen Austausch ist die auch in diesem Jahr am Dienstag stattfindende "Get-together"-Party im Kurhaus mittlerweile ein fast traditionelles Ereignis geworden. 

Zur aktiven Mitgestaltung des 115. Internistenkongresses 2009 möchte ich Sie herzlich einladen und Sie bitten, bei der erfolgreichen, spannenden und interaktiven Umsetzung des Programms mitzuwirken. 

Ich freue mich darauf, Sie im Frühling in Wiesbaden begrüßen zu können. 


Ihr
Prof. Dr. Rainer E. Kolloch
Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft
für Innere Medizin
Kongresspräsident DGIM 2009